|
29. 10. 2007
Ein Aufruf an
alle politischen Parteien, Organisationen und an alle
interessierten Menschen!
Die Gefahr eines
US-amerikanischen Angriffs auf den Iran hat das Land an den
Rand einer Katastrophe gebracht. Die Konsequenzen eines
Angriffs wären schrecklich. Eine eventuelle Attacke würde
entweder die Position der Islamischen Republik gegenüber dem
iranischen Volk stärken oder er würde zu einer Auflösung des
gesellschaftlichen Zusammenhalts und zur Stärkung diverser
bewaffneter, islamischer und faschistischer Gruppierungen
beitragen. Solch ein Szenario oder solche Aussichten sind
völlig unannehmbar. Wir können nicht darauf warten, dass
diese Katastrophe eintritt. Wir müssen sie jetzt stoppen.
Die einzige
Möglichkeit des iranischen Volkes ist die Verdoppelung
seiner Anstrengungen, die Islamische Republik zu Fall zu
bringen. Diese Anstrengungen zu organisieren und zu leiten,
ist die Aufgabe aller politischen Parteien und Kräfte, die
sich gemäß ihrer politischen Richtung dazu verpflichtet
haben.
Über die eigenen
unabhängigen Aktivitäten hinaus, sind die politischen
Parteien jedoch verpflichtet, ihre Aufgabe der politischen
Aufklärung des öffentlichen Problembewusstseins
wahrzunehmen, sie müssen über das aktuelle politische Klima
und die drohenden Gefahren aufklären. Sie müssen den Weg für
die Einrichtung zivilisierter und geordneter Verhältnisse
ebnen, um politische Aktivitäten korrekt ausüben zu können.
Damit entziehen sie der Islamischen Republik und den
politischen Banden die Möglichkeit, den Iran in ein neues
Irak zu verwandeln.
Wir haben auf unserem
vorletzten und erneut auf dem letzten Kongress auf diese
Situation aufmerksam gemacht. Während wir vor dieser
Entwicklung gewarnt haben, haben wir die oppositionellen
politischen Parteien aufgefordert, gemeinsam ein Abkommen
gegen diesen Krieg zu treffen und ein geordnetes politisches
Umfeld für alle zu schaffen, auf dem sämtliche Aktivitäten
stattfinden können. Bedauerlicherweise wurden unsere Aufrufe
nicht beachtet.
Vor diesem drohenden
Krieg fühlen wir uns heute veranlasst, unsere Aufforderung
öffentlich zu wiederholen und alle betroffenen politischen
Kräfte und Einzelpersonen dazu aufzurufen, ihr Möglichstes
zu tun, um eine solche Entwicklung zu verhindern.
Der erste Schritt für
alle politischen Parteien wäre es, grundlegende politische
Leitsätze zu unterzeichnen und sich zu bemühen, diese
Grundsätze auf die gesamte Gesellschaft auszuweiten.
Die folgenden
Erklärungen sind nicht repräsentativ für unsere Pläne oder
politische Plattform. Sie sind ein Minimalkonsens, der, in
der sich schnell wandelnden politischen Szene des Iran, dem
Schreckgespenst einer Katastrophe eine Grenze setzen kann.
Wir appellieren an Sie, sich dieser Initiative
anzuschließen.
Arbeiterkommunistische
Partei des Iran - Hekmatist
Gegen einen
Krieg und für den Schutz des zivilen Lebens im Iran!
Die fortlaufende
Konfrontation zwischen den USA und der Islamischen Republik
hat die Bedrohung durch einen US-amerikanischen Angriff auf
den Iran verstärkt. Politik und Ziele beider sich
bekriegenden Seiten laufen dem Wohlergehen der iranischen
Bevölkerung und der Region entgegen.
Parallel zu dieser
Konfrontation hat die von beiden Seiten unterstützte Präsenz
verschiedener bewaffneter islamischer Banden und
Stammesgruppen den Iran an den Rand einer Katastrophe
getrieben, die noch schlimmer ist, als die im Irak.
Unter diesen Umständen
erklären wir:
1.
Die Islamische
Republik selbst ist ein wichtiges Element der
Kriegstreiberei und stürzt das Land in das Chaos. Wir
bedauern sämtliche Beschwichtigungen und Annäherungen an das
Regime oder seine Untergruppen. Der Sturz dieses Regimes und
die Entmachtung seiner reaktionären und terroristischen
Unterdrückungsorgane ist der beste Weg, der Kriegsbedrohung
zu begegnen und die Voraussetzung einer fortschrittlichen
Entwicklung im Iran.
2.
Jeder
militärischen Intervention durch die USA oder Israel muss
widersprochen und sie muss gestoppt werden. Solche Eingriffe
unterstützen das iranische Regime und führen zum
Zusammenbruch der Gesellschaftsstruktur, zum Sturz des
Landes in das Chaos und zum vollständigen Zusammenbruch des
zivilen Lebens. Wir bedauern jede Zusammenarbeit mit diesen
Staaten im Zusammenhang mit einer militärischen Intervention
im Iran.
3.
Die Auferlegung
wirtschaftlicher Sanktionen schadet vor allem der iranischen
Bevölkerung. Aus den Sanktionen gegen den Irak wurde
offensichtlich, dass die am meisten leidenden Opfer dieser
wirtschaftlichen Sanktionen die schutzbedürftigen Gruppen
der Gesellschaft sind, Kinder, Alte und Benachteiligte. Wir
verurteilen alle wirtschaftlichen Sanktionen und sämtliche
Blockadeaufrufe gegen den Iran.
4.
Kulturelle,
ethnische und religiöse Unterschiede zu betonen und
auszunutzen, führt nur zu ethnischen Säuberungen und zum
Bürgerkrieg im Iran. Wir verurteilen nachdrücklich, diese
Unterschiede auszuschlachten. Die Unterstützung der
Grundrechte der iranischen Bevölkerung als gleichberechtigte
Bürger zu leben, muss die Grundlage der iranischen Politik
werden.
5.
Die Entscheidung
über das zukünftige politische System im Iran ist das
unbestreitbare Recht des iranischen Volkes. Die Bevölkerung
muss die Gelegenheit bekommen, die Art ihrer zukünftigen
Regierung frei zu bestimmen. Die Voraussetzung für die
Ausübung dieser Rechte ist der Sturz der Islamischen
Republik und die Anerkennung und Durchsetzung völliger
sozialer und politischer Freiheit.
6.
Wir, für unseren
Teil, garantieren und befolgen die folgenden Rechte:
a)
Uneingeschränkte
Meinungsfreiheit, Glaubensfreiheit, Medienfreiheit,
Versammlungsfreiheit, Organisationsfreiheit und freie
Parteipolitik und freies Streikrecht
b)
Uneingeschränkte
und bedingungslose Gleichheit von Frauen und Männern im
sozialen und politischen Leben, Abschaffung aller Gesetze,
die diesen Prinzipien entgegenstehen
c)
Gleiche Rechte
für alle Bürger, unabhängig von Glauben, Geschlecht,
Religion, Rasse sowie ethnischer Zugehörigkeit und
Aufenthaltsstatus
d)
Trennung der
Religion von Staat und Ausbildung
e)
Abschaffung aller
Gesetze und Rechte, die auf der Religion basieren. Freiheit
von Religion und Atheismus
f)
Freilassung aller
politischen Gefangenen
g)
Abschaffung der
Todesstrafe
h)
Einrichtung einer
angemessenen Arbeitslosenunterstützung für alle
arbeitsfähigen Bürger über 16 Jahre. Maßnahmen zur
Unterstützung für alle Bürger, die aus körperlichen oder
geistigen Gründen nicht arbeitsfähig sind |